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ifo-Geschäftsklimaindex im Mai stärker als erwartet gesunken

23.05.2019

Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln: „Die Stimmungsschwankungen sollten nicht überinterpretiert werden"

Köln, den 23. Mai 2019
Wie das ifo-Institut heute mitteilte, ist der ifo Geschäftsklimaindex im Mai von 99,2 auf 97,9 Punkte gesunken. Diese Entwicklung kommentiert Prof. Dr. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, wie folgt:

„Von den Stimmungsindikatoren kamen im Mai widersprüchliche Signale. Während der sentix-Index Optimismus verbreitete, gaben die ZEW-Konjunkturerwartungen deutlich nach, und die Lageeinschätzung fiel deutlich besser aus. Beim ifo-Index stabilisierten sich hingegen die Erwartungen auf niedrigem Niveau, und die Lage wurde pessimistischer eingeschätzt. Das Stimmungsbild passt zum wirren Umfeld, in dem sich die Unternehmen aktuell bewegen müssen. Auffällig ist beim ifo-Index, dass das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor und im Handel einen deutlichen Dämpfer erlitten hat. Bis dato zeigten sich diese Sektoren relativ gelassen, was die vielen Unsicherheitsfaktoren anbelangt. Der Mix aus deutlich nachlassender Konjunkturdynamik und hohen politischen Risiken legt sich zunehmend wie Mehltau auf die Weltwirtschaft und dämpft die Investitionsbereitschaft. Für die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft erweist sich dies als starke Bürde. Ich will die Stimmungsschwankungen in dem aktuell sehr volatilen Umfeld nicht überinterpretieren, aber es bleibt zu hoffen, dass es sich bei der Eintrübung des Geschäftsklimas in den eher binnenwirtschaftlich orientierten Sektoren um einen Ausrutscher handelt. Kommt es auch hier zu einer nachhaltigen Stimmungseintrübung, droht der einzig verbliebene Antriebsmotor der deutschen Wirtschaft auszufallen."